Bei der Beleuchtung im Gewerbe wird häufig zunächst auf die Leistungsaufnahme einzelner Leuchten geschaut. Für den tatsächlichen Energiebedarf ist jedoch ebenso entscheidend, wie lange und in welchen Bereichen die Beleuchtung betrieben wird. Eine belastbare Analyse verbindet deshalb die technische Ausstattung mit den tatsächlichen Nutzungs- und Betriebszeiten.
Schaltmuster der Beleuchtung sichtbar machen
Ein Standortlastgang kann erste Hinweise darauf geben, wann sich der Energieverbrauch regelmäßig verändert. Wiederkehrende Stufen oder Muster können beispielsweise mit typischen Betriebszeiten zusammenfallen. Allerdings lässt sich aus dem Lastgang allein nicht eindeutig ableiten, dass eine bestimmte Veränderung ausschließlich durch die Beleuchtung verursacht wurde.
Betriebszeiten mit dem Lastgang abgleichen
Um Auffälligkeiten einzuordnen, sollten die erkennbaren Zeiträume mit den tatsächlichen Schaltzeiten verglichen werden. Auch andere Verbraucher am Standort können gleichzeitig aktiv sein und das Lastbild beeinflussen.
Besonders bei einem großen gemeinsamen Zähler können kleinere Veränderungen durch andere Lasten überlagert werden. Deshalb sollte eine Vermutung über den Einfluss der Beleuchtung immer mit den betrieblichen Abläufen abgeglichen werden.
Tageslicht und saisonale Unterschiede berücksichtigen
Die tatsächliche Betriebsdauer der Beleuchtung hängt nicht nur von festen Schaltzeiten ab. Auch Tageslicht, Jahreszeit und unterschiedliche Nutzungszeiten können den Bedarf verändern. Ein Vergleich zwischen Sommer und Winter sollte deshalb immer mit dem jeweiligen betrieblichen Kontext betrachtet werden.
Sicherheitsbeleuchtung und Beleuchtung, die für notwendige Arbeitsbedingungen erforderlich ist, dürfen dabei nicht pauschal als vermeidbare Laufzeit bewertet werden. Energieeinsparung und betriebliche Anforderungen müssen gemeinsam betrachtet werden.
OPTUMs Lastgang-Kompass für die zeitliche Betrachtung nutzen
OPTUMs Lastgang-Kompass im Überblickbietet einen zugänglichen Einstieg in die Analyse zeitlicher Verbrauchsmuster. Vorhandene Messdateien können genutzt werden, um erste Hypothesen zu prüfen und auffällige Zeiträume gezielter zu untersuchen.
Geeignete Zeiträume für weitere Untersuchungen bestimmen
Statt den gesamten Verbrauch pauschal zu bewerten, können zunächst bestimmte Zeitfenster betrachtet werden. Wiederkehrende Muster, Unterschiede zwischen Arbeitstagen und Wochenenden oder saisonale Veränderungen können dabei Hinweise für weitere Fragen liefern.
Der Lastgang ersetzt dabei keine detaillierte Beleuchtungsplanung. Er kann jedoch dabei helfen, die zeitliche Nutzung des Standorts besser zu verstehen und Untersuchungen gezielt vorzubereiten.
Messdaten mit betrieblichen Informationen verbinden
Eine sinnvolle Bewertung entsteht erst, wenn die Messdaten mit Informationen über die tatsächlichen Betriebszeiten verbunden werden. Dazu gehören beispielsweise Öffnungszeiten, Schichtmodelle, Schaltpläne oder besondere Nutzungszeiten.
Je genauer diese Informationen zusammengeführt werden, desto besser lässt sich beurteilen, ob eine beobachtete Veränderung tatsächlich mit der Beleuchtung zusammenhängen könnte.
Investition und Betrieb getrennt bewerten
Der Austausch von Leuchten und die Anpassung von Schaltzeiten sind unterschiedliche Maßnahmen. Werden beide Veränderungen gleichzeitig umgesetzt, lässt sich ihre jeweilige Wirkung im Gesamtlastgang anschließend schwieriger voneinander trennen.
Technische Veränderungen eindeutig dokumentieren
Wird beispielsweise eine Beleuchtung auf sparsamere Technik umgestellt, sollte der Zeitpunkt der Umstellung nachvollziehbar festgehalten werden. Gleiches gilt für Änderungen an Schaltzeiten oder Betriebsabläufen.
Eine solche Dokumentation erleichtert spätere Vergleiche und verhindert, dass mehrere gleichzeitig durchgeführte Veränderungen fälschlicherweise einer einzigen Maßnahme zugeschrieben werden.
Veränderungen unter vergleichbaren Bedingungen betrachten
Für eine belastbare Bewertung sollten möglichst vergleichbare Zeiträume herangezogen werden. Dabei können unterschiedliche Nutzung, saisonale Bedingungen oder geänderte Öffnungszeiten eine Rolle spielen.
Nicht jede Veränderung im Energieverbrauch lässt sich direkt auf die neue Beleuchtung zurückführen. Deshalb ist eine klare zeitliche Zuordnung ein wichtiger Bestandteil der Analyse.
Kleine Anteile brauchen eine passende Messung
Wenn die Beleuchtung nur einen begrenzten Anteil am gesamten Energiebezug eines Standorts ausmacht, kann ihre Veränderung im Gesamtlastgang unter anderen Schwankungen verschwinden. Ein unveränderter Gesamtverbrauch bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine Beleuchtungsmaßnahme wirkungslos war.
Die Messgrenze bei der Bewertung berücksichtigen
Die Aussagekraft einer Messung hängt davon ab, welche Frage beantwortet werden soll. Bei einem großen Gesamtzähler können kleine Veränderungen schwer erkennbar sein.
In solchen Fällen kann eine gezielte Teilmessung sinnvoller sein. Entscheidend ist, dass die gewählte Messung zur konkreten Untersuchungsfrage passt und die Messgrenze bereits vor einer abschließenden Bewertung berücksichtigt wird.
Leistung und Laufzeit gemeinsam betrachten
Nicht allein die Leistungsaufnahme einer Leuchte bestimmt den Energiebedarf. Auch die tatsächliche Betriebsdauer ist entscheidend.
Eine sparsamere Leuchte, die deutlich länger betrieben wird, kann insgesamt einen anderen Energieeffekt haben als zunächst anhand der technischen Leistungsdaten erwartet. Deshalb sollten Leistung und Laufzeit gemeinsam betrachtet werden.
Änderungen der Öffnungszeiten in die Analyse einbeziehen
Auch eine geplante Verlängerung der Öffnungszeiten kann den Energieverbrauch beeinflussen. Selbst wenn gleichzeitig effizientere Beleuchtung eingesetzt wird, kann eine längere Nutzung zu einem höheren Gesamtverbrauch führen.
Technische Effizienz und zusätzliche Nutzung trennen
Eine nachvollziehbare Analyse sollte deshalb möglichst unterscheiden, ob eine Veränderung durch die technische Ausstattung oder durch eine veränderte Nutzung entstanden ist.
Wenn die vorhandenen Daten diese Trennung ermöglichen, können beide Faktoren separat betrachtet werden. Dadurch lässt sich besser nachvollziehen, wie sich die tatsächliche Betriebsänderung auf den Energiebedarf auswirkt.
Betriebliche Veränderungen dokumentieren
Änderungen bei Öffnungszeiten, Schichten oder Nutzungsbereichen sollten ebenso dokumentiert werden wie technische Maßnahmen. Dadurch können spätere Lastgangvergleiche besser eingeordnet werden.
Gerade bei Beleuchtung ist diese Verbindung wichtig, weil der Verbrauch stark von der tatsächlichen Nutzung der Räume und Bereiche abhängen kann.
Beleuchtungsplanung und Lastganganalyse sinnvoll verbinden
Eine gute Beleuchtungsplanung muss mehrere Anforderungen gleichzeitig berücksichtigen. Sehaufgabe, Sicherheit, Arbeitsbedingungen und Energieverbrauch gehören zusammen und können nicht allein anhand eines Verbrauchsdiagramms bewertet werden.
Der Lastgang ergänzt die technische Planung
Der Lastgang liefert keine vollständige Lichtplanung und kann die fachliche Bewertung der Beleuchtung nicht ersetzen. Er ergänzt sie jedoch um Informationen über den tatsächlichen zeitlichen Betrieb.
Dadurch kann sichtbar werden, wann Energie für Beleuchtung möglicherweise eingesetzt wird und welche Zeiträume für eine genauere Untersuchung interessant sind.
Aus Verbrauchsdaten konkrete Fragen ableiten
Statt aus einzelnen Diagrammen sofort Maßnahmen abzuleiten, können die Daten zunächst als Ausgangspunkt für konkrete Fragen dienen: Wann wird beleuchtet? Welche Bereiche sind betroffen? Wie lange läuft die Beleuchtung? Welche anderen Verbraucher sind gleichzeitig aktiv?
Mit diesen Fragen lässt sich die weitere Untersuchung gezielter durchführen.
Beleuchtung im Gewerbe ganzheitlich bewerten
Bei der Bewertung von Beleuchtung im Gewerbe reicht der Blick auf die Leistungsaufnahme einzelner Leuchten nicht aus. Betriebszeiten, tatsächliche Nutzung, Tageslicht, saisonale Unterschiede und weitere Verbraucher beeinflussen den Energiebedarf ebenso.
Eine belastbare Analyse verbindet deshalb technische Informationen mit dem zeitlichen Betriebsverhalten. OPTUMs Lastgang-Kompass kann dabei helfen, vorhandene Messdaten zugänglich zu betrachten und geeignete Zeiträume für weitere Untersuchungen zu identifizieren.
Entscheidend ist, die Messgrenzen zu berücksichtigen und technische Veränderungen von Veränderungen der Nutzung möglichst getrennt zu betrachten. So entsteht eine nachvollziehbarere Grundlage für Entscheidungen rund um Beleuchtung, Betriebszeiten und Energieverbrauch.
